Historische Vortragsreihe und Ausstellungen

Kreisarchiv Vortragsreihe


Mit Vorträgen und Ausstellungen engagiert sich das Kreisarchiv in der historischen Bildungsarbeit und fördert die Erforschung der Kreis- und Heimatgeschichte.



Donnerstag, 29. Februar 2024, 19:00 Uhr

Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9

Quand Mannheim parlait français: Französische Hofkultur und französischer

Kultureinfluss im Mannheim des 18. Jahrhunderts

Referent: Dr. Jörg Kreutz, Ladenburg

Eintritt frei

Der wachsende französische Kultureinfluss lässt sich in der Kurpfalz wie in anderen deutschen Territorien schon seit den ausgehenden 1720er Jahren unter Kurfürst Carl Philipp feststellen. Der Mode der Zeit folgend, ahmte er wie viele seiner fürstlichen Standesgenossen mit dem Bau eines neuen Residenzschlosses in Mannheim das höfisch-repräsentative Versailler Vorbild nach. Unter seinem Nachfolger Carl Theodor erreichte die kulturelle Frankreichorientierung des pfälzischen Hofes schließlich zwischen 1750 und 1770 ihre intensivste Ausprägung. Mannheim avancierte in diesen Jahren zu einem wichtigen Zentrum frankophoner Repräsentationskultur, das viele Künstler und Handwerker anzog, die zugleich das gesellschaftliche Leben der aufstrebenden Residenzstadt entscheidend mitprägten.

In dem Vortrag werden die Rahmenbedingungen und die verschiedenen Aspekte dieses (vorübergehend dominierenden) frankophonen Kulturlebens − die „Comédie françoise“, das Presse- und Verlagswesen, der Buchhandel − sowie einige der wichtigsten Vertreter des literarischen Lebens im Überblick vorgestellt.



Donnerstag, 21. März 2024, 19:00 Uhr

Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9

Die europäischen Revolutionen von 1848/49

Referent: Prof. Dr. Wilhelm Kreutz, Mannheim

Eintritt frei

Keine andere Revolution − weder die Große Französische von 1789 noch die Russische von 1917 − hat in so kurzer Zeit so große Teile des europäischen Kontinents in seinen politischen Grundfesten erschüttert wie jene der ausgehenden 1840er Jahre. Ihren Auftakt markierten der polnische Aufstand von 1846 und der Schweizer Sonderbundskrieg von 1847. Aber erst der Pariser Aufstand vom 23. Februar 1848 entzündete die Fackel der Revolution. Binnen weniger Tage erfasste der rasch um sich greifende Flächenbrand ganz Frankreich, alle Staaten des Deutschen Bunds, die gesamte Habsburgische Monarchie und die italienische Halbinsel sowie die Fürstentümer Moldau und Walachei. 

Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch auch die Aussage, dass keine vergleichbare Bewegung ihren Zenit so schnell überschritten habe und „gescheitert“ sei. Binnen Jahresfrist stiegen die alten Herrschaftsträger wie Phönix aus der Asche empor und stellten den politischen Status quo ante wieder her. Die Niederlagen der „Reichsverfassungskampagne“, der „Venezianischen“ und der „Ungarischen Republik“ kennzeichneten im Sommer 1849 das blutige Ende des europäischen „Völkerfrühlings“.



Donnerstag, 11. April 2024, 19:00 Uhr

Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9

Fähre Neckarhausen: Vergangenheit und Gegenwart

Referent:

Gerhard Hund, Edingen-Neckarhausen

Eintritt frei

2023 feierte die einst selbstständige Gemeinde Neckarhausen ihre Ersterwähnung im Lorscher Codex vor 1.250 Jahren. Der heutige Ortsteil von Edingen-Neckarhausen verdankt seinen Reiz der schönen Flusslage, dem ehemaligen Schloss der Grafen von Oberndorff mit weitläufigem Park sowie der jahrhundertealten Fähre nach Ladenburg. Diese ist viel mehr als nur ein bloßer Verkehrsweg über den Neckar. Sie ist Transportmittel und Identitätsstifterin zugleich und stellt seit über 500 Jahren das wohl älteste überlieferte Kulturgut des Ortes dar. 2020 verkaufte die aus mehreren Anteilseignern bestehende Fährgemeinschaft Fähre und Fährhaus schließlich an die Gemeinde. Da in den nächsten Jahren durch den Bau einer neuen Neckarbrücke jedoch ein großer Einschnitt droht, setzt sich nun der „Förderverein Fähre Neckarhausen e. V.“ für den Erhalt der beiden historischen Denkmäler ein.

Auch der Referent möchte dazu beitragen, den zukünftigen Weiterbetrieb der Fähre zu gewährleisten. In seinem Vortrag macht er deshalb vor allem den kulturgeschichtlichen Wert der schwimmenden Brücke deutlich, illustriert mithilfe von zahlreichen Dokumenten und Fotos ihre wechselvolle Geschichte und gibt ebenso Einblicke in das Leben der Fährleute.




Wir weisen darauf hin, dass die Veranstaltungen des Kreisarchivs fotografisch dokumentiert werden. Mit Ihrem Besuch erklären Sie sich mit einer Veröffentlichung der Bilder einverstanden.




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